Ziel  in der Ernährungsmedizin ist das Diagnostizieren,  Behandeln und Verhindern von Mangelernährung durch Sichern einer an das Krankheitsbild angepassten bedarfsdeckenden Ernährung.

Speziell in der Onkologie findet eine regelmäßige ernährungsmedizinische Betreuung der Patienten unter Chemotherapie statt mit dem Ziel, einen Gewichtsverlust zu vermeiden und so Lebensqualität und Leistungsfähigkeit im Verlauf der Therapie zu erhalten.

Das Ernährungsmedizinteam ermittelt den Ernährungszustand durch  eingehende Befragung des Patienten, Berücksichtigung des Krankheitsbildes und ggf. auch Bestimmung der Körperzusammensetzung mittels einer speziellen Messung (Bioimpedanzanalyse, BIA-Messung). Anschließend erfolgt eine auf den Patienten individuell ausgerichtete Therapieempfehlung (für den weiteren stationären Aufenthalt und falls notwendig auch für die Zeit nach der Entlassung (ambulante Ernährungstherapie).

Wo die natürliche Ernährung nicht mehr ausreicht oder gar nicht mehr möglich ist stehen verschiedene Optionen einer  Ernährungstherapie zur Verfügung:

  • Zusatznahrung in Form von  Energie- und Eiweißreichen Produkten (spezielle Trinknahrung, Cremes oder Pulver) (orale Optimierung)
  • Ernährung über Sonde (enterale Ernährung)  
  • Ernährungsinfusionen intravenös (parenterale Ernährung)

Patient und ggf. Angehörige werden über Ablauf und  ggf. nötiges Procedere nach Entlassung (Organisation der häuslichen Versorgung nach Anlage einer Sonde, Einschalten von sogenannten HomeCare Diensten) informiert.

Ein weiteres Aufgabengebiet ist das Wundmanagement nach Anlage einer Magensonde (PEG)(Verbandswechsel).

Zielgruppen

Patienten mit:

  • ungewolltem Gewichtsverlust
  • niedrigem Körpergewicht / Untergewicht ( BMI < 18 / bei Personen über 65 Jahren BMI <20)
  • eingeschränkter / ungenügender natürlicher Nahrungsaufnahme
  • Verwertungsstörungen und/oder Verlustproblematik im Verdauungstrakt  (z. B. bei Kurzdarm, Stoma mit anhaltenden Durchfällen, Pankreaserkrankungen)
  • Ernährung über Sonde oder intravenöser Ernährungstherapie
  • Tumorerkrankung
  • speziellen Kranheitsbildern (z. B. COPD, Leberzirrhose, Nierenversagen)
  • Patienten vor und nach großen Operationen am Verdauungstrakt (Magen, Speiseröhre, Bauchspeicheldrüse, Darm)
  • bei Bedarf auch versorgende Angehörige.