Autismus

Das Sozialpädiatrische Zentrum Ludwigsburg befasst sich seit über 20 Jahren schwerpunktmäßig mit der Diagnostik, Behandlung und Netzwerkarbeit von Kindern/Jugendlichen und deren Familien mit Störungen aus dem Autismus-Spektrum.

Autismus ist eine Störung, die einen Menschen in seiner Entwicklung schwer beeinträchtigen kann. Das Spektrum von Autismus ist breit und die Symptome sind auch davon abhängig, um welche Autismus-Form es sich handelt: Während manche Autisten in der Lage sind, ein weitgehend normales Leben zu führen, sind andere lebenslang auf Unterstützung angewiesen. Das Spektrum autistischer Störungen ist breit gestreut und nicht immer ist es leicht, einzelne Formen voneinander abzugrenzen. Die unterschiedlichen Ausprägungen und Schweregrade der einzelnen Autismus-Formen werden heute auch unter dem Oberbegriff Autismus-Spektrum-Störung (ASS) zusammengefasst. Unabdingbar ist immer eine ärztliche neuropädiatrische/kinder- und jugendpsychiatrische Untersuchung um organmedizinische Störungen wie z. B. Fehlbildungen im Gehirn, Sinnesstörungen oder Stoffwechselstörungen auszuschließen. Heilbar ist Autismus nicht. Die Störung begleitet die Menschen ihr Leben lang. Man kann ihn als einen Menschen verstehen, der die Welt mehr oder weniger anders wahrnimmt und erlebt als der Großteil der Bevölkerung.

Die typischen Autismus-Symptome betreffen im Wesentlichen drei Lebensbereiche, in denen alle Autisten mehr oder weniger beeinträchtigt sind:

  • Wer autistisch ist, kapselt sich von seiner Umwelt ab; Autisten haben Probleme damit, zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen. Sie sind häufig in ihrer seelischen Entwicklung deutlich verzögert.
  • Die Sprachentwicklung und die Fähigkeit eines Autisten, mit anderen Menschen zu kommunizieren, sind beeinträchtigt.
  • Ein Autist neigt dazu, ein bestimmtes Verhalten immer wieder zu zeigen (sog. Stereotypien); seine Interessen und Aktivitäten sind im Vergleich zu seinen Altersgenossen begrenzt.

Es werden verschiedene Formen von Autismus unterschieden:

  • Frühkindlicher Autismus (Kanner-Syndrom) kann sich bereits bei Säuglingen zeigen. Er zählt zu den bekanntesten Formen und ist meist gemeint, wenn man landläufig von Autismus spricht. Viele Menschen mit frühkindlichem Autismus sind geistig eingeschränkt und benötigen lebenslange Unterstützung.

  • Das Asperger-Syndrom kann sich bereits bei Kindern im Kindergarten- oder Grundschulalter bemerkbar machen und ist eine mildere autistische Störung. Sprache und Intelligenz entwickeln sich beim Asperger-Autismus in der Regel ohne besondere Einschränkungen – als Erwachsene können die Betroffenen meist ein selbstständiges Leben führen.

  • Ein atypischer Autismus verläuft ähnlich wie der frühkindliche Autismus, zeigt sich aber später und / oder wirkt sich oft zumindestens in Teilbereichen milder aus.

  • Weitere Störungen, die mit autistischen Symptomen einhergehen können sind genetische Störungen wie z. B. das Rett-Syndrom, welches praktisch ausschließlich Mädchen betrifft und – wie auch beim frühkindlichen Autismus – eine lebenslange Unterstützung der Betroffenen nötig machen kann.

  • Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Menschen die eventuell in Teilbereichen milde "autistische Züge" aufzeigen können, aber nicht unter dem „Vollbild“ leiden und somit keine Autisten sind.

Die (ambulante) Therapie von Autismus verfolgt in erster Linie zwei Ziele:
Zum einen sollen die Fähigkeiten und Stärken des Autisten gefördert werden, zum anderem geht es darum, seine Entwicklung zu unterstützen und ihm die Eingliederung (Inklusion) in unsere Gesellschaft zu erleichtern. Im Mittelpunkt stehen bei Bedarf interdiziplinäre und multimodale Methoden ärztlicher, psychologischer, logopädischer, heilpädagogischer oder ergotherapeutischer Behandlungsformen. Hierbei lernt ein Autist, gezielt mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, Beziehungen aufzubauen und möglichst ein hohes Maß an Selbständigkeit im Alltag zu erreichen.

Mehr zum Thema

autismus Deutschland e.V.
Bundesverband zur Förderung von Menschen mit Autismus

www.autismus.de