Unter dem Begriff "Psychotherapie" werden sehr unterschiedliche Therapieansätze zusammengefasst. Eine allgemein anerkannte Methode oder Theorie gibt es nicht.

Dennoch hat die Psychotherapieforschung die Wirksamkeit einzelner Psychotherapieverfahren überzeugend nachgewiesen. Die Forschung hat aber auch gezeigt, dass Psychotherapie nicht generell oder gleichgültig, welche therapeutischen Methoden angewandt werden, wirksam ist. Die längst nicht abgeschlossene Entwicklung störungsspezifischer Therapiekonzepte, Leitlinien und Manuale ist als großer Fortschritt anzusehen.

Im Vergleich zu den vielfältigen anderen Therapiemethoden konnte die Verhaltenstherapie bei vielen psychischen Störungen eine Wirksamkeit am besten belegen. Auch deshalb ist das psychotherapeutische Angebot der Klinik vorwiegend verhaltenstherapeutisch ausgerichtet. Auf den einzelnen Stationen werden aber auch tiefenpsychologische und systemische Therapieansätze integriert.

Ein wesentliches Merkmal der Verhaltenstherapie ist ihre enge Verzahnung mit der psychologischen Grundlagenforschung. Deshalb wird die Verhaltenstherapie häufig als aktiver Lernprozess geplant, bei dem nicht nur "geredet" wird. Obwohl die Behandlung in Form von Gesprächen abläuft, richtet sich der Blick immer auf das tatsächliche Leben "draußen". Die Patienten sollen dazu angeleitet werden, konkrete Probleme in ihrer aktuellen Situation zu erkennen und schrittweise zu verändern, bis es ihnen wieder besser geht. Bei manchen Schwierigkeiten, z. B. Ängsten oder Zwängen, kann ein großer Teil der Therapie sogar direkt im Alltagsleben der Patienten erfolgen. Dieses aktive, handlungsorientierte Vorgehen hat den Vorteil, nicht nur für stark vernunftsorientierte Menschen oder für besonders sprachgewandte Personen geeignet zu sein. Wie jede Psychotherapie benötigt die Verhaltenstherapie aber eine gute Beziehung zwischen Therapeut und Patient. Da in der Verhaltenstherapie das Ideal des autonomen, selbstverantwortlichen, mündigen Menschen im Vordergrund steht, sind die Therapieschritte für den Patienten immer nachvollziehbar und transparent.

Literatur

Frederick H. Kanfer & Dieter Schmelzer (2005) Wegweiser Verhaltenstherapie (2. Aufl.). Springer Medizin Verlag Heidelberg