(Transjugulärer intrahepatischer portosystemischer Shunt)

Bei bestimmten Lebererkrankungen (i.d. R. Leberzirrhose) kommt es nun zu einem deutlichen Anstieg des Druckes in der Pfortader und zu einem „Blutstau“ in  diesem Gefäß. Bei einem Fortschreiten der Erkrankung fließt das Blut über andere Umgehungskreisläufe ab (entlang des Magens und der Speiseröhre, entlang der ehemaligen Nabelvenen, über anusnahe Kollateralen). Gefährlich sind hierbei die durch den Druck entstehenden Ösophagusvarizen, da diese ebenso wie die Fundusvarizen (Magen) zu lebenbedrohlichen Blutungen führen können. Eine andere Komplikation ist der sogenannte Aszites (Bauchwasser). Dieses wird quasi durch den erhöhten Druck abgepresst. Da die einzige Therapie bei einer fortgeschrittenen Leberzirrhose die Lebertransplantation ist und diese häufig nicht, oder nicht in der nächsten Zeit möglich ist, besteht die Möglichkeit bei einer rezidivierenden Blutung oder nicht behandelbarem Aszites einen „Umgehungskreislauf“ anzulegen.

Der TIPS ist eine direkte Verbindung zwischen der Pfortader und der Vena cava inferior (untere Hohlvene).

Die Anlage des TIPS erfolgt in tiefer Sedierung durch die Halsvene (transjugulär). Dabei wird ein Führungsdraht unter Röntgenkontrolle zur Leber vorgeschoben. Mit ihm wird ein Kanal durch das Lebergewebe (intrahepatisch) zu einem Pfortaderast gebohrt, es erfolgt dann eine Aufdehnung (Dilatation) und die Anlage eines mit einer speziellen Membran beschichteten Metallstents.

Während dem Eingriff können zusätzlich Umgehungskreisläufe, die Krampfadern in Speiseröhre oder Magen mit Blut versorgen, durch Einbringen von Metallspiralen („Coils“) und/ oder Klebstoffen („Histoacryl“) verschlossen („embolisiert“) werden.

Der Eingriff ist komplex, dauert ca 1,5 - 4 Stunden und wird nur an wenigen Zentren in Deutschland durchgeführt. Die Behandlung erfolgt teilweise im Rahmen von multizentrischen, internationalen, klinischen Studien.

Die Funktion des Shunts muss im Rahmen der Nachsorge nach 3, 6 und 12 Monaten durch eine spezielle Ultraschall-Untersuchung (Doppler/ Duplex) kontrolliert werden.