Endoskopische Antirefluxtherapie

Mittels eines endoskopischen Eingriffs wird eine Naht durch die gesamte Wand am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen angebracht und somit der Mageneingang eingeengt. In der Regel werden 2 Nähte angebracht. Der Eingriff wird ambulant unter Sedierung durchgeführt. Es stehen aktuell zwei verschiedene Nahtsysteme zur Verfügung. Welches System für Sie in Frage kommt wird individuell besprochen.

Wer kommt für diese Behandlung in Frage?

Patienten, die schon längere Zeit (mindestens 1 Jahr) an einer Refluxerkrankung leiden und trotz medikamentöser Behandlung Beschwerden haben, die Medikamente nicht vertragen, oder nicht dauerhaft Medikamente einnehmen möchten. Die Refluxerkrankung äußert sich typischerweise durch Sodbrennen, evtl. jedoch auch durch atypischen Brustschmerz, chronische Halsentzündung oder Asthma bronchiale.

Voraussetzung für die endoskopische Behandlung

Bisher können nur Hiatushernien (Zwerchfellbrüche) mit einer Größe von maximal 3 cm erfolgreich behandelt werden. Außerdem sollte zuvor ein krankhafter Reflux in einer Säuremessung nachgewiesen worden sein (Langzeit-pH-Metrie) und eine Druckmessung im Ösophagus (Ösophagusmanometrie) erfolgt sein.

Nebenwirkungen der Behandlung

Es muss nach der Behandlung mit Bauchschmerzen, Brustschmerzen, Schulterschmerzen, evtl. auch Übelkeit, Erbrechen oder Halsschmerzen gerechnet werden. Schwerwiegende Komplikationen wie Blutungen, Perforationen (Magendurchbruch) oder schwerwiegende Infektionen wurden bisher nicht beobachtet, können aber theoretisch auftreten.

Studienlage

Eine im September 2006 in der Fachzeitschrift "Gastroenterology" veröffentliche europäisch-nordamerikanische Studie konnte zeigen, dass durch die Plicator-Therapie eine signifikante Verbesserung der Symptomatik in 56% der Fälle erreicht wurde. In 50% der Fälle konnte die säuresuppressive medikamentöse Therapie sogar ganz abgesetzt werden. Auch konnte in der 24h-pH Messung eine deutliche Verringerung des sauren Refluxes in der Speiseröhre nachgewiesen werden. 2008 wurden in den Fachzeitschriften "Endoscopy" und "Gastrointestinal Endoscopy" zwei weitere Studien zum Plicator publiziert, an denen unsere Klinik maßgeblich beteiligt war. Hierbei wurde gezeigt, dass die Effektivität des Eingriffs durch Applikation von zwei oder mehreren Nähten noch deutlich verbessert werden kann. 75% der Patienten gaben eine deutliche Besserung ihrer Beschwerden an, bei 70% der Patienten konnte die säurehemmende medikamentöse Therapie ganz abgesetzt werden.

Für die MUSE Prozedur liegt bisher eine (nicht-vergleichende Studie, die ähnliche Ergebnisse zeigt, vor.

Ansprechpartner

Prof. Dr. med. Karel Caca

Prof. Dr. med. Karel Caca
Tel. 07141-99-67200
Fax 07141-99-67219
E-Mail: karel.caca(at)kliniken-lb.de


Tel. 07141-99-67202

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