In der Intensivpflege geht es in der Akutphase darum, das Leben des betroffenen Menschen zu erhalten und seine Kreislaufwerte zu normalisieren. Nach überstandener Akutphase beginnt dann bereits auf der Intensivstation die Stabilisierungsphase. In dieser Phase versuchen Pflegende unter anderem, mit dem Konzept der Basalen Stimulation eine Frühförderung einzuleiten und so eine möglichst rasche Rehabilitation vorzubereiten. Angehörige werden dabei mit in die Pflege einbezogen.

Basale Stimulation ist ein Konzept zur Förderung und Begleitung von schwer beeinträchtigten Menschen, das von Prof. Andreas Fröhlich entwickelt wurde. Der Begriff "Basale Stimulation" soll deutlich machen, dass es sich während der Alltagspflege um einfache Angebote und Anregungen handelt mit dem Ziel Vertrauen und Sicherheit beim Patienten aufzubauen und unter anderem sinnvolle Zusammenhänge bei Pflegeaktivitäten herzustellen.

Im nachfolgenden dazu einige Beispiele aus der Praxis:

  • Vertrauen und Akzeptanz vermitteln Pflegende durch gezielte Kontaktberührung vor Beginn und nach Beendigung der Pflegemaßnahmen.
  • Die Wahrnehmung des Patienten wird durch geführte Eigenbewegungen gefördert. Die Pflegende unterstützt, z. B. beim Waschen des Patienten, dessen Arm.
  • Die Senkung bzw. Regulierung der Muskelspannung und Erhaltung der Beweglichkeit wird dadurch zusätzlich erreicht.
  • Sinnzusammenhänge gemeinsam mit dem Patienten herstellen z. B. durch Tasten der Lippencreme und anschließendem Eincremen der Lippe.
  • Unangenehmes positiver gestalten, wie z. B. das Absaugen von Schleim aus der Luftröhre.
  • Der Patient erhält Sicherheit über den Arm der Pflegenden, den er festhält. Selbstbestimmung statt Fremdbestimmung wird ermöglicht.
  • Ruhelagerungen im Sinne der Basalen Stimulation sorgen für eine bequeme Lage im Bett mit dem Ziel, Entspannung nach verschiedenen Aktivitäten zu erreichen.

Die dargestellten Maßnahmen sind keine Rezepte, sondern Angebote an den betroffenen Menschen, mit dem Ziel, Negativreize zu reduzieren, eine rationelle und strukturierte Arbeitsweise im Sinne der Basalen Stimulation zu ermöglichen, damit eine positive Entwicklung des Patienten möglich wird.

Ansprechpartnerin

Anja Bätz
Fachkrankenschwester Intensivpflege
Tel. 07141-99-63300

Praxisanleiter

Harry Wolpert
Praxisbegleiter für Basale Stimulation
Mentor Bereich Anästhesie und Intensivpflege
Bobath-Instruktor
Tel. 07141-99-94774
Tel. 07141-99-63021
E-Mail: harry.wolpert(at)kliniken-lb.de