DLR Hubschrauber
DLR Notarzt

Im Landkreis Ludwigsburg existiert bereits seit 1978 ein organisierter Notarztdienst. Bei einer beträchtlichen Flächenausdehnung von 687 Quadratkilometern und über 515.000 Einwohnern bestehen derzeit fünf Notarzt-Standorte:

  • Wache 1A: Notarzteinsatzfahrzeug (RK LB 1-82-1) am Klinikum Ludwigsburg
  • Wache 5A: Notarzteinsatzfahrzeug (SAMA LB 5-82-1) am Klinikum Ludwigsburg
  • Wache 4: Notarzteinsatzfahrzeug (RK LB 4-82-1) am Krankenhaus Bietigheim
  • Wache 7: Notarzteinsatzfahrzeug (SAMA LB 7-82-1) an der Rettungswache Ditzingen
  • Christoph 51: Rettungshubschrauber am Flugplatz Ludwigsburg-Pattonville

Insgesamt wurden von diesen Standorten aus im Jahr 2013 über 7.700 Einsätze geleistet.
Die Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie stellt 42 Ärzte mit Zusatzbezeichnung "Notfallmedizin", von denen 8 Ärzte auch als "Leitender Notarzt" im Landkreis Ludwigsburg tätig sind. Die Mehrzahl unserer Notärzte hat eine abgeschlossene Weiterbildung zum Facharzt für Anästhesie. Die vom ASB betriebenen NEF-Standorte Ludwigsburg 2 und Ditzingen werden  zu 100% durch Ärzte unserer Abteilung besetzt. Auch die Besetzung von "Christoph 51" erfolgt mit Anästhesisten aus unserer Klinik.

An besonderer medizinischer Ausrüstung führen die Notarzteinsatzfahrzeuge und der Rettungshubschrauber folgende Gerätschaften mit sich:

  • ein 12-Kanal-EKG-Gerät, um die Diagnose Herzinfarkt sicher stellen zu können,
  • ein Kapnometer, mit dem die korrekte Tubuslage nach Intubation geprüft wird,
  • ein Spezialbohrer zur Anlage intraossärer Zugänge und
  • ein Beatmungsgerät mit der Möglichkeit zur Durchführung einer nicht-invasiven Maskenbeatmung

Außerdem wird im Hubschrauber ein tragbares Ultraschallgerät mitgeführt. Auch der Transport von Patienten, die an eine sogenannte ECMO (Extracorporale Membranoxygenierung) angeschlossen sind, kann mit speziell für den Lufttransport entwickelten Halterungssystemen in Zusammenarbeit mit dem ECMO-Team der Intensivstation 3.A im Hubschrauber durchgeführt werden.

Im Fall eines Notfalleinsatzes sind die Notarzteinsatzfahrzeuge und der Rettungshubschrauber schon maximal 120 Sekunden nach der Alarmierung auf dem Weg zum Patienten. Alle Rettungsmittel sind mit satellitengesteuerten Navigationssystemen ausgestattet um sicher die Einsatzstelle finden zu können. Dort treffen sie sich dann mit dem Rettungswagen im sog. Rendezvous-System und versorgen gemeinsam den Patienten. Vor Ort entscheidet dann der Notarzt welches Krankenhaus für den Patienten am Besten geeignet ist. In der Regel begleitet er ihn nach der Erstversorgung dorthin, entweder bodengebunden mit einem Rettungswagen oder per Lufttransport im Rettungshubschrauber. Durch die Möglichkeit der unfallchirurgischen und neurochirurgischen integrierten Versorgung bietet das Klinikum Ludwigsburg als "Haus der zentralen Versorgung" eine breite Palette an modernen diagnostischen und therapeutischen Optionen an und ist daher Hauptanlaufstelle für schwer erkrankte oder verletzte Notfallpatienten, nicht nur aus dem Landkreis Ludwigsburg.

Die Ärztliche Leitung des Notarztdienstes obliegt dem Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie. Die organisatorische Leitung für den Standort Ludwigsburg liegt im Bereich des bodengebundenen Notarztdienstes bei Dr. S. Weiß. Für den Bereich Luftrettung ist Dr. G. Lichy als leitender Arzt der Luftrettungsstation "Christoph 51 Stuttgart" am Flugplatz Ludwigsburg-Pattonville zuständig.

In Ludwigsburg finden regelmäßig notfallmedizinische Fort- und Weiterbildungen für die beteiligten Ärzte, das Pflegepersonals sowie für die Rettungsassistenten von DRK, ASB, DRF-Luftrettung und Feuerwehr statt.
Im Jahr 2008 wurde, ausgehend von unserer Klinik, das Notarztnetzwerk Neckar-Enz gegründet. Das Notarztnetzwerk Neckar-Enz ist ein Zusammenschluss von Notfallmedizinern im mittleren Neckar-Enzraum die es sich zur Aufgabe gemacht haben gemeinsam mit den beteiligten Hilfsorganisationen die Weiterentwicklung der Notfall- und Rettungsmedizin im Neckar-Enzraum sicherzustellen. Weitere Informationen rund um den Notarztdienst in Ludwigsburg und Umgebung sowie zu interessanten Fortbildungen im Bereich Notfallmedizin finden sie auf der Homepage des Notarztnetzwerks Neckar-Enz.

Notaufnahme, Unfallchirurgische Aufnahme und Schockraum

Die Intensivstationen und die Kinderklinik führen die Versorgung der Notfallpatienten in ihrem Bereich selbst durch. Bei Anmeldung eines beatmeten Patienten z.B. nach Reanimation, Schlaganfall mit Coma oder Polytraumatisierten Patienten  übernimmt das Anästhesieteam mit Transporteinheit den Patienten. Es erfolgt die Stabilisierung und Diagnostik, z. B. CT, Röntgen oder EKG und Blutabnahme; anschließend der Transport zur Intensivstation oder zur Notfalloperation.

Im Schockraum wird interdisziplinär in jedem Fall mit den Unfallchirurgen und häufig mit der Abteilung für Radiologie, der Inneren Medizin (Sonografie des Bauchraumes) und Neurologie sowie bei Bedarf mit allen anderen Abteilungen zusammengearbeitet.
Geräte (C.A.T.S.) zum Auffangen, Wiederaufbereiten mit Retransfusion von Patientenblut stehen bei Operationen ebenso wie Blutkonserven und tiefgefrorenes Plasma immer zur Verfügung.

Jeder neu eingestellte Mitarbeiter wird während der Einführungstage über die hausinterne Alarmierung und das Verhalten bei Notfällen informiert. Die Abteilung "Fort- und Weiterbildung" führt die Einführungstage durch. Die aktuellen Standards der Reanimation und Anwendung von AED`s  werden dabei in Kleingruppen umgesetzt und trainiert.

Alle 2 Jahre muss jeder Mitarbeiter an einer der Reanimationsveranstaltungen teilnehmen. Bis jetzt wurden bereits 1.413 Personen im Megacode-Training nach den aktuellen internationalen Standards geschult.

Pflegekräfte in der Weiterbildung zur Fachschwester / zum Fachpfleger für Intensiv- und Anästhesiepflege nehmen im Rahmen des Fachkurses am Mega-Code-Training teil (Basis und erweiterte Reanimationsmaßnahmen mit elektronischer Simulation an der Reanimationspuppe). Diese Veranstaltungen werden organisatorisch von der Abteilung für Fort- und Weiterbildung unterstützt und  ärztlich und pflegerisch von der Anästhesie und der Kardiologie geleitet.

Intensiv- und Anästhesiepflegekräfte sowie Ärzte der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin und Schmerztherapie wiederholen alle 2 Jahre das Mega-Code-Training nach den Leitlinien des ERC (European Resuscitation Council) 2005. Es wird angestrebt die Anzahl von zertifizierten  Providern des ERC (qualifizierte Trainer) im Haus zu erhöhen.

Die neuen Leitlinien des ERC in 12/2005 wurden 2006 in die Schulungen zur Therapie des vitalen Notfalles implementiert.

Zuteilung von CME-Punkten von der Ärztekammer Nordwürttemberg durch die Fort- und Weiterbildung werden jeweils beantragt.

Notarztnetzwerk Neckar-Enz

Infos rund um die Notfallmedizin im mittleren Neckar-Enz-Raum finden Sie sie auf der Homepage des Notarztnetzwerks Neckar-Enz.

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