Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie
Angebote
Kinästhetik in der IntensivpflegeKinästhetik in der Intensivpflege
Das Besondere in der Intensivpflege ist, dass Patienten versorgt werden, die keine oder nur wenige Ressourcen haben, sich selbst zu helfen. Zusätzlich müssen die Vitalfunktionen ununterbrochen überwacht und unterstützt werden, oft mit Hilfe vieler technischer Geräte.
- Patienten müssen kopfwärts im Bett bewegt werden
- Patienten müssen aus dem Bett mobilisiert werden
- Patienten müssen gedreht werden
Umso wichtiger ist es, die wenigen Ressourcen zu fördern, zu entwickeln und zu erhalten. Frühmobilisation beugt Sekundärerkrankungen vor, beschleunigt den Heilungsprozess und verkürzt die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus. Die Kommunikation über Berührung und Bewegung über den taktil kinästhetischen Sinn ist ein wichtiges Mittel, um Informationen über den Bewegungsablauf zu vermitteln. Es ist oft die einzige Möglichkeit mit dem bewusstseinseingeschränkten Patienten in Kontakt oder in eine Beziehung zu treten.
Das Pflegekonzept Kinästhetik ist ein Konzept zur Gesundheitsentwicklung und zur Erhaltung von Lebensqualität von Patienten und Pflegenden. Pflegende können sich von unnötigem Heben und Tragen entlasten und somit Gesundheitsschäden für sich vermeiden.
Der Begriff leitet sich ab aus den Worten:
- Kinesis = Lehre von der Bewegung
- Aesthesia = durch Sinne wahrgenommen
- Kinästhetik = Bewegungswahrnehmung
Das Konzept lehrt alle Sinne, insbesondere Berührung und Bewegung, so zu benutzen, dass Patienten all ihre verbliebenen Fähigkeiten einsetzen können, um größtmögliche Selbständigkeit zu haben.
Ziele
Die Patienten sollen so unterstützt werden, dass sie:
- die Kontrolle ihrer Bewegung haben,
- die Möglichkeiten haben, selbst mit zu tun,
- Spannung in ihrem Körper aufbauen können
Die Angehörigen sollen mit eingebunden und angeleitet werden.
Die Mitarbeiter sollen
- die Bedeutung der Selbstkontrolle im pflegerischen Tun kennen
- die grundlegenden Kinaesthetik-Konzepte verstanden haben und deren Bedeutung für ihr Arbeitsfeld reflektiert können
- in der Lage sein, Menschen einfacher zu bewegen und sie dadurch in ihrer Gesundheitsentwicklung zu unterstützen
- ihre persönlichen Bewegungs- und Handlingfähigkeiten entwickeln, um das Risiko von berufsbedingten Verletzungen und Überlastungsschäden zu reduzieren.
Methodik
In Kursen und Workshops wird mit folgenden Lernschritten gearbeitet
- anhand der eigenen Körpererfahrung die jeweiligen Inhalte erarbeiten
- Bewegungsanleitung an und mit gesunden Menschen in Partnerarbeit üben
- praktische Anwendungen aus Ihrem Arbeitsfeld mit Patienten am Pflegebett erarbeiten
