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Herausforderung Schlaganfall - Informationen im Rahmen des bundesweiten Tags gegen den Schlaganfall am 10. Mai

09.05.2018 14:30 Uhr

Herausforderung Schlaganfall

Informationen im Rahmen des bundesweiten Tags gegen den Schlaganfall am 10. Mai

 

Jährlich erleiden in Deutschland mehr als 200 000 Menschen einen Schlaganfall. Der Schlaganfall ist nach den Krebs- und Herzerkrankungen die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache für eine bleibende Behinderung. Durch den bundesweiten Tag gegen den Schlaganfall am 10. Mai, der unter dem Motto "Schlaganfall kann jeden treffen!" steht, sollen Menschen aktiviert werden, sich über den Schlaganfall zu informieren.

 

Die Häufigkeit des Schlaganfalls nimmt mit dem Alter zu, aber auch jüngere Menschen können betroffen sein. So genannte Risikofaktoren sind Bluthochdruck, Rauchen, erhöhte Blut-fette, Übergewicht, Bewegungsmangel, Herzrhythmusstörungen und andere, seltenere Erkrankungen. Die Behandlung oder Vermeidung dieser Risiken reduziert das Risiko für einen Schlaganfall. Schlaganfälle kündigen sich oft mit flüchtigen, manchmal nur Sekunden oder Minuten dauernden Durchblutungsstörungen an und können verhindert werden, wenn man diese Vorzeichen erkennt und rechtzeitig (be-)handelt. Die Symptome vorübergehender Durchblutungsstörungen können die gleichen sein wie die Symptome bei einer anhaltenden Durchblutungsstörungen oder einer Hirnblutung – dem Schlaganfall: Lähmungen, Sprach- oder Sprechstörungen, Sehstörungen, Doppelbilder, Schwindel oder Gefühlsstörungen. Bei solchen Symptomen - auch wenn sie nur kurze Zeit dauern - ist rasches Handeln wichtig. Die Betroffenen sollen sofort in die Klinik gebracht werden, damit die Diagnose schnell gestellt und die richtige Behandlung begonnen werden kann.

 

Im Falle einer Minderdurchblutung des Gehirns kann bei rechtzeitigem Beginn der Behandlung durch die Auflösung oder die Entfernung von Blutgerinnseln die Durchblutung oft wiederhergestellt und größerer Schaden verhindert werden. Wenn eine Hirnblutung vorliegt, kann der Schaden durch die Kontrolle des Blutdrucks und andere Maßnahmen vermindert werden. Die Patienten mit Schlaganfall profitieren zusätzlich von der kontinuierlichen Überwachung der Herzaktivität, des Blutdrucks und des Sauerstoff-Gehaltes im Blut. Laboruntersuchungen und Untersuchungen der hirnversorgenden Arterien und des Herzens geben Aufschluss über andere behandelbare Ursachen des Schlaganfalls. Aktivierende Pflege, logopädische Behandlung von Schluck-, Sprech- und Sprachstörungen, Ergotherapie sowie krankengymnastische Übungen werden frühzeitig begonnen und auf der neurologischen Normalstation und später in der stationären oder ambulanten Rehabilitation fortgesetzt.

 

Die Schlaganfallstation der Neurologischen Klinik im RKH Klinikum Ludwigsburg ist die direkte Anlaufstelle für alle Patienten mit einem akuten Schlaganfall im Landkreis Ludwigsburg. Auf der von der Deutschen Schlaganfallgesellschaft als „überregionale Stroke Unit“ zertifizierten Station mit 16 Betten wurden 2017 etwa 1600 Patienten mit einem Schlaganfall behandelt.

 

In jüngster Zeit hat sich die Therapie des akuten Schlaganfalls durch eine spezialisierte neue OP -Technik erheblich verbessert. Durch einen spezialisierten Eingriff - die sogenannte Thrombektomie - können Blutgerinnsel, die Hirnarterien verstopfen und einen Schlaganfall verursachen, mechanisch entfernt werden. Die Durchführung dieser Technik ist innerhalb der ersten Stunden nach Eintreten des akuten Schlaganfalls sinnvoll. Circa 80 bis 90% der so verschlossenen Hirngefäße können wieder geöffnet werden. Hierdurch hat sich die Prognose bei Patienten, die innerhalb der ersten Stunden nach Beginn des Schlaganfalls in die Klinik kommen und einen Gefäßverschluss haben, grundlegend verbessert. Die Heilung von dem Schlaganfall kann zum Teil direkt auf im OP erfolgen. Diese Maßnahme wird am RKH Klinikum Ludwigsburg im Institut für diagnostische und interventionelle Neuroradiologie unter Leitung des Ärztlichen Direktors Dr. Wolfgang Brunk sieben Tage pro Woche 24 Stunden am Tag durchgeführt.

 

Obwohl in Europa Deutschland bei der Akutversorgung des ischämischen Schlaganfalls, also eines durch eine plötzliche Minderdurchblutung hervorgerufenen Schlaganfalls, am besten aufgestellt ist, verfügen weiterhin viele Schlaganfallzentren nicht über die Möglichkeit dieser Thrombektomie zur mechanischen Entfernung der Blutgerinnsel aus dem Gehirn. Daher haben einige Kliniken, die zwar über eine Neurologie und eine Schlaganfallabteilung, aber nicht über eine interventionelle Neuroradiologie verfügen, Kooperationen mit dem RKH Klinikum Ludwigsburg vereinbart. Die Patienten dieser Kliniken können mit dem Notarztwagen oder dem Hubschrauber jederzeit in die Neurologische Klinik des Ludwigsburger Klinikums zur Durchführung dieser Notfallmaßnahme im Institut für Neuroradiologie verlegt werden. „Die Anzahl der durchgeführten Eingriffe nimmt kontinuierlich zu, derzeit werden bis zu 200 Notfallthrombektomien in der Neuroradiologie am Klinikum Ludwigsburg durchgeführt“, so Brunk.

 

Aus Anlass des deutschen Schlaganfalltages am 10. Mai finden bundesweit Veranstaltungen statt, mit denen die Öffentlichkeit über Ursachen, Symptome, Behandlung und Vorbeugung des Schlaganfalls informiert wird. In diesem Zusammenhang lädt die Klinik für Neurologie im Klinikum Ludwigsburg zu einer Informationsveranstaltung für Patienten, Angehörige und Interessierte ein. Am Montag, 28. Mai um 18.30 Uhr wird Dr. Anja Biebl, Oberärztin der Klinik für Neurologie, in der Personalcafeteria des Bietigheimer Krankenhauses einen Vortrag mit dem Titel „Herausforderung Schlaganfall“ halten. Am Dienstag, 29. Mai um 18.30 Uhr wird Professor Dr. Martin Schabet diesen Vortrag im Hörsaal des Ludwigsburger Klinikums halten. Dabei werden beide auch die Symptome des Schlaganfalls und die Reha-Maßnahmen ansprechen. Nach dem jeweiligen Vortrag gibt es die Möglichkeit zur Diskussion und für Fragen. Selbsthilfegruppen bieten Informationsmaterial und Gespräche an. Der Eintritt ist kostenlos.

 

 

 



Pressesprecher

Alexander Tsongas
Abteilungsleiter Unternehmenskommunikation und Marketing
Posilipostraße 4
71640 Ludwigsburg

E-Mail: alexander.tsongas(at)verbund-rkh.de